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Freitag, 22. September 2023

Der fromme Hengst von Paderborn!

Mit der katholischen Kirche ist es bekanntlich so, dass sie nichts zugibt, was sie noch leugnen kann und nur dann eine wachsweiche Stellung zu einem Problem bezieht, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt. Man gibt also nur das zu, was ohnehin schon bewiesen ist. Ansonsten hält man das Maul und betreibt „Business as usual“. So soll, das legen zumindest neuere Informationen nahe, der aktuelle Bischof Franz-Josef Overbeck bereits zu einem Zeitpunkt von Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs gegen den mittlerweile verschiedenen Kardinal Franz Hengsbach gewusst haben, als die überlebensgroße Statue des neben dem Dom zu Essen eingeweiht werden sollte. Durch Overbeck, versteht sich. Er hat also in vollem Bewusstsein, dass da etwas im Busch sein könnte, höchstselbst und dann auch noch persönlich, das Denkmal eingeweiht und nichts weiter dabei gefunden!

Sicher war es eine große Freude für die Opfer des Kardinals, diesen derart geehrt zu sehen und womöglich regelmäßig des Standbildes ansichtig zu werden. Aber solche Vorbehalte haben in der katholischen Kirche keinen Platz. Aus lauter Angst, Entschädigungszahlungen für die unzähligen Opfer kirchlich geduldeten sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger könnten das prall gefüllte Portokässlein diverser Bistümer ein wenig schmälern und dem Klerus etwas mehr Zurückhaltung beim Verjubeln der Kirchensteuern seiner Gläubigen abverlangen, kann man sich bis heute kaum mal zu einer Entschuldigung durchringen. Ansonsten steht man auf dem Standpunkt, man könne das Leid nicht mit Geld wieder gutmachen und deswegen gäbe es auch, wenn überhaupt, nur symbolische Zahlungen. So eine zerstörte Seele scheint der Kirche also nicht viel wert zu sein. Aber die Massen machts halt!

Nun aber steht ein geiler Kardinal im Zentrum von Vorwürfen, die man erst einmal verdauen muss. Unter Ausnutzung seiner Stellung und unter Missbrauch seiner kirchlichen Autorität hat er wohl junge Frauen nicht nur belästigt, sondern zum Sex genötigt. Die Opfer, die sich meist erst Jahre oder Jahrzehnte nach dem Missbrauch in der Lage sehen, sich zu den Verbrechen zu äußern, schenkt man kirchlicherseits erstmal keinen Glauben und hofft auf die Zeit als Verbündeten. Je mehr Zeit vergeht, desto schwieriger ist es naturgemäß, solche weit in der Vergangenheit liegenden Fälle aufzuklären, besonders, wenn die kriminellen Subjekte bereits verstorben sind! Dabei beruft sich die Kirche gern auf die Behauptung, es handele sich um die Verantwortung des einzelnen Täters und nicht um ein Problem des Systems Kirche, das von jeher dafür geschaffen wurde und darauf ausgelegt ist, Macht auszuüben über die Gläubigen. Schon immer war es eine Aufgabe der Kirche, die Menschen unter ihrer Fuchtel zu halten, ihnen den Kirchenzehnten, bzw. die Kirchensteuern abzupressen und den Regierenden dabei zu helfen, Kontrolle auszuüben. Da ändert auch die Tatsachen nichts daran, dass die Kirchen sich mit ihrem sozialen Engagement für Kinder, Alte und Notleidende einsetzen. Gleichzeitig bietet ihnen dieses System genau die Voraussetzungen, die es braucht um Menschen in schwachen und verletzlichen Situationen unter ihre Knute zu zwingen und zu ihrem Nutzen und dem Nutzen des Klerus seelisch, körperlich und sexuell zu missbrauchen!

Wie so vieles wird wohl auch dieses, wird es wohl auch hier so sein, dass die Zeit alle Wunden bei den Opfern heilen muss, denn von der Kirche als Institution, die solchen Missbrauch unter ihrem Schutz nicht nur duldet, sondern auch fördert, indem sie Ermittlungen von Staats wegen zu verhindern trachtet und die beschuldigten Amtsträger einfach von einer Gemeinde in eine andere versetzt, um Vorwürfen einstweilen aus dem Wege zu gehen. Interessieren tut es dennoch kein Schwein! Leidtragende sind die Opfer von Gewalt, Missbrauch und Nötigung, die mit deren Folgens ich selbst überlassen bleiben und auch noch damit leben müssen, als Lügner verleumdet zu werden! Amen!
 
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